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Bei der Anschaffung von Elektroautos sind Unternehmen noch zurückhaltend, was derzeit auch an dem überschaubaren Angebot liegt. Dies könnte sich ändern, wenn der derzeit vorliegende Gesetzesentwurf vom 24. Juli 2018 des Finanzministers in geltendes Recht umgesetzt wird. Die Bundesregierung hat den Gesetzesentwurf bereits beschlossen. Der Entwurf begünstigt sowohl Elektrofahrzeuge als auch Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass bei der Anschaffung des Fahrzeugs ab 2019 und vor 2022 nur die Hälfte des Bruttolistenpreises bei der Bemessung des geldwerten Vorteils nach der sog. 1 % Regelung angesetzt wird. Die praktische Umsetzung im Gesetzesentwurf stellt sicher, dass sich sowohl die 1 % Pauschale als auch der Betrag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (0,03 % vomBruttolistenpreis * Entfernung) im Ergebnis um die Hälfte reduzieren. Sowohl für die Eigennutzung durch denUnternehmer wie auch bei der Nutzung durch den Arbeitnehmer mindert sich nach der aktuell gültigen Regelung bei Anwendung der 1% Regelung für die Bemessung des Entnahmewertes bzw. des geldwerten Vorteils der Bruttolistenpreis pro Kilowattstunde Batteriekapazität in 2018 um 250 EUR.

Das aktuelle i3-Modell (i3 BEV 94Ah) von BMW hat beispielsweise eine Kapazität von 27 kWh. Geht man von einem Bruttolistenpreis (mit Zubehör) von 43.000 EUR Brutto aus, so reduziert sich der Bruttolistenpreis nach der bisherigen Regelung um 27 kWh x 250 EUR =6.750 EUR, maximal jedoch 7.500 EUR im Jahr 2018, somit auf 36.250 EUR. Bei einem Arbeitnehmer mit einer Entfernung von 20 km zum Arbeitsplatz ergäbe sich bei Anschaffung in 2018 ein geldwerter Vorteil von 580 EUR. Ab Anschaffung 2019 beträgt der geldwerte Vorteil nur noch 344 EUR. Unterstellen wir eine Belastung mit Steuern und Beiträgen zur Sozialversicherung des Arbeitnehmers von rd. 50 %, verbleiben dem Arbeitnehmer rd. 118 EUR mehr Nettogehalt im Monat. Bei Anwendung der Fahrtenbuchregelung erfolgt die Begünstigung bis 2018 in der Weise, dass die Abschreibungsbemessungsgrundlage um die Batteriekosten entsprechend der o.g. Pauschalen gemindert wird. Ab Anschaffung 2019 bis zum Jahr 2022 kommt für die Kostenermittlung des Fahrzeuges nur die Hälfte der Abschreibungen zum Ansatz. Bei Anschaffung des Fahrzeugs durch den Unternehmer bzw. Arbeitgeber beträgt die Kaufprämie für reine Elektrofahrzeuge (BEV) 4000 EUR und für Plug-In-Hybride (PHEV) 3.000 EUR.

Der Zuschuss wird beim Kauf eines neuen Fahrzeugs sowie Vorführfahrzeugen direkt vom Händler gewährt. Dabei teilen sich der Staat und der Hersteller die Kosten zu je 50 %. Der Händler gibt diese dann in vollem Umfang an den Käufer weiter. Die Prämie läuft bis Mitte 2019 oder bis der staatliche Fördertopf von Mio. 600 EUR ausgeschöpft ist.Die Kaufprämie mindert die Abschreibungsbemessungsgrundlage bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode für Anschaffungen in 2018 wie auch für Anschaffungen ab 2019. Weil die Privatnutzung der Umsatzsteuer unterliegt und diese vom Unternehmen getragen wird, wirkt sich die niedrigere Bemessungsgrundlage ab 2019 günstig auf die Umsatzsteuer für private Nutzung aus. Elektrofahrzeuge sind zudem 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit, sofern Sie bis 2020 angeschafft werden. Die deutliche Reduzierung des geldwerten Vorteils insbesondere bei der 1%-Regelung wird u. E. dazu führen, dass Arbeitnehmer wie auch Selbständige ein stärkeres Interesse an Elektrofahrzeugen wie auch an Plug-in-Hybriden haben. Die Gleichbehandlung nach der Neuregelung wird insbesondere von Umweltverbänden kritisiert. Von daher bleibt abzuwarten, ob die Länder den Gesetzesentwurf in dieser Form mittragen.

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